Literaturmansarde

Mit dem Projekt der Literaturmansarde bietet die art bv Berchtoldvilla eine Plattform für ein übergreifendes Netzwerken und für mögliche Kooperationen zwischen Literatur und Kunst. Schriftsteller und Schriftstellerinnen werden eingeladen, 14 Tage in der Mansarde der Berchtoldvilla zu verbringen, zu arbeiten, zu wohnen und die Stadt Salzburg zu erkunden. Die Antwort auf diesen Aufenthalt wird in einer Lesung präsentiert.

Kerstin Fischer „Juris Kristalle“

Für zwei Wochen lebte und arbeitete die Autorin Kerstin Fischer aus Bremen als Stipendiatin zu Gast in der kleinen Literaturmansarde im 2. Stock der art bv Berchtoldvilla und erlebte hier Salzburg aus eigenem Blickwinkel. Zum Abschluss ihres Aufenthaltes stand eine Lesung aus ihrem Buch „Juris Kristalle“ auf dem Programm, die sich passend zur gleichzeitigen Ausstellung „AUSGEBRANNT“ mit dem menschlichen Innenleben, in diesem Falle mit der Schizophrenie, beschäftigt. Ein erstes Buch, die romanhafte Erzählung „Das Gewächshaus“, eine poetische Bearbeitung des Themas Magersucht, wurde 2007 vom Ludwigsfelder Verlagshaus veröffentlicht. Zwei Jahre später folgte die literarische Fallstudie „Sergejs Schatten“, in der ein Narziss im Mittelpunkt steht. Das beschädigte menschliche Innenleben bleibt auch in der 2012 im Dresdner Verlag Worthandel erschienenen dritten Veröffentlichung Kernthema: „Juris Kristalle. Novelle über eine Schizophrenie“, inszeniert als Pas de Deux von Künstlertum und Wahn.

Lesung mit Kerstin Fischer, am 27.9.2013 im Dachgeschoß

Erich Wimmer „Buddakäse.“ Ein Kuhkrimi

„Lassen Sie bloß keine Kuh in Ihre Bibliothek! Lesen Kühe versehentlich das Buch ‚Zen in der Kunst des Melkens‘, dann glauben sie tatsächlich, sie könnten die Welt retten! Und was dann passiert – und an Wahnwitz mobilisiert wird, davon können Sie sich bei der Silvesterlesung des Romanmanuskripts „Buddhakäse“ viele eindringliche Bilder machen. Vorgetragen wird der Bericht dieser Kuhdysseee [...] in der Berchtoldvilla. Im Rahmen seines Stipendiums als ‚Waldschreiber‘ geriet der oberösterreichische Autor Erich Wimmer in den Pinzgau und dort unter feiste Förster, coole Kühe und zirbige Zapfen.“ So lautete die Ankündigung zur Silvesterlesung, die der Linzer Schriftsteller Erich Wimmer gemeinsam mit Freunden hielt, die das gesamte Manuskript an diesem Nachmittag bis Mitternacht lasen. Des Weiteren hieß es: „Interessierten Kühen muss leider vom Besuch der Veranstaltung abgeraten werden, da manche Textpassagen den besonders zartsaitigen Kuhseelen nicht zuträglich sein dürften.“ „Ein [späterer] Einstieg [sei][...] jederzeit möglich, da der Text sogar im üblicherweise schlaffen Mittelteil des ‚Gegenwartsromanes‘ ironische Euter [berge], die zu melken es sich jederzeit [lohne].“

10- stündige Silvesterlesung am 31.12.2012 mit dem Schriftsteller Erich Wimmer (2.v.l) und seinem Team